Aischylos und die Orestie, ein verstecktes Analogon für das Goethevolk?

Es ist schon für jeden philosophischen und gleichzeitig wehrhaften Geist sehr erstaunlich, was in der Orestie von Aischylos thematisiert wird und welche Wahrheitsbezüge zum größten kulturvandalistischen Vorgang überhaupt, der durch die Händler- und Verbraucherreligion in der Mitte von Europa perfekt überdeckt wird, am Goethevolk in aller Öffentlichkeit vollzogen wurde und immer noch wird. Hier ergreift irgendein Wiedergutmachungsgott ohne Versöhnungsgedanke zu den archaischen Mitteln (Nazikeule), die Athene schon damals höchstpersönlich zurückgewiesen hat. Sie überantwortete einem Bürgergericht, dem Areopag, die Entscheidungsgewalt über Blutrachefälle. Es ist der Tragödiendichter, der mutige Bushidogeist, der Soldat im Gefecht von Salamis, Aischylos, der als Künstler sozialplastisch wirksam ist. Das war ein weiterer wichtiger Schritt hinaus aus der Naturverhaftetheit und hinein in den maoistischen, zukunftsoffenen, radikaldemokratischen Gedanken. In den Eumeniden, dem dritten Teil der Orestie ruft sie den Bürgern von Athen zu: “Höhre jetzt meine Satzung, Volk von Attika, ihr seid das erste Gericht, das über Blutvergießen urteilen wird, doch auch in Zukunft und für alle Zeiten soll dieser Gerichtshof dem Volk von Athen erhalten bleiben. Weder der Anarchie, noch der Despotie sich zu beugen, sondern sich davor zu schützen, rate ich den wachsamen Bürgern!” Ganz klar wird hier der schicksalsmächtige Gott entmachtet zugunsten der Eigenverantwortlichkeit der geistig absolut freien Individualität: Hochaktuell. Diese Forderung der weiblichen Stadtgottheit zeigt, daß im BRD – System die Archaik zurückgekehrt ist.

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