Areopag: Elftes kunstreligiöses Rechtsgutachten. Verbot des Fleischverzehrs

Themistes: Die Tötung von Tieren ist ein schweres Verbrechen. Es gibt für diese konservative, traditionelle blutige Handlung gegenüber unseren Mitbewohnern auf der Erde keinen nachweislich vernünftigen Grund. Jedes Tier hat wie der Mensch eine Seele. Wie der Mensch hat das Tier auch einen vernünftigen Geist, nur ist dieser, im Gegensatz zum Menschen nicht individualisiert. Man kann das Tier auch als einen nicht gänzlich inkarnierten Menschen ansehen. Allein der Mensch hat den vollen Zugriff auf alle vier Seinsbereiche. Damit ist nur der Mensch zur Erkenntniskunst fähig. Jede Gehirnwäsche, die dem Menschen seine eigene Wahrheit raubt, die ihn zum relativen Zweck eines Kollektivs erniedrigt, zerrt ihn widernatürlich auf die Tierstufe zurück, unterstellt ihn einer fremden Gesetzgebung. Das Goethevolk zeichnet sich dadurch gegenüber allen anderen Gemeinschaften aus, daß es das Paradox von ästhetischer Autonomie und Gemeinschaft durch das Prinzip der permanenten Kulturrevolution löst. Wahre Selbstbildung, stetige Veränderung im Geist und gestaltende Einwirkung auf die Polis sind die vom Höheren Ich erwarteten inneren Prozesse des irdischen Abbildes, der poetologischen Evidenz.

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