Artemis und Selene, zwei Aspekte vereint in der allgemeinen Goetheanistik

Seit Artemis in direkter Nähe zur Erde ihre Wirkung auch im Erscheinungsbereich entfaltete, konnte auch Sie über die reine Einbildungskraft des Menschen Eingang finden in seine transzendentale Welt, in das Geschehen von Sonne und Erde. Das als gewaltige Naturkatastrophe damals wahrgenommene Einfangen des Mondes in die Bahn um die Erde läßt sich in der Edda nachlesen. Die Schwester des Apollon übernimmt nun den zentralen Part unter der Leitung der Entelechie (früher sagte man Seele) im Kunstprozess, denn sie ist als Königin der Phantasie zuständig für die Formgebung und Formentziehung. Der Goethe als die reine Handlungsabsicht, als der ohne Einschränkung gute Wille verschränkt dabei die Kunstwahrheit mit der Naturwirklichkeit. Im Aspekt der sexuell aktiven Selene hat Artemis nicht nur die Töchter, Ersa (Göttin des Taus), Pandia und Nemea, sondern auch einen Geliebten, Endymion, den aus Elis eingewanderten König nach Kleinasien. Mit ihm hatte sie weitere 50 Töchter, die Söhne Aitolos, Paion und Epeios, sowie eine zusätzlich Tochter, die Eurykide. Da die Jugendschönheit und die Unvergänglichkeit nie zusammen auftreten versetzte sie Endymion mithilfe von Zeus in einen ewigen Schlaf. Nachts besuchte ihn und erfreute sich an seinem Dasein.

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