no Historismus, no BRD, hōge (loslassen, jap.), mit Bild und Haiku

P1040518(0729) Einmal fragte jemand einen Zen-Meister: “Wenn ich zu Euch komme und nichts in den Händen trage, was tut ihr dann?” Der Adept bekam von ihm folgende Antwort: “Lege es nieder (hōge-jaku, jap.).” 1) Anti-historische Ironie. Historismus, der angeschaut werden kann. Das ist die seelische Attitüde der Romantik. Das ist die absolute Grundlage der Kunstreligion, das Fundament des indigenen Goethevolkes. Nur der Übermensch in uns, das Genie, will über das Nichts hinaus, einen neuen Stern gebären, weil nur das transzendentale Ich das chaos (altgr.) (Akashachronik, Äther) in sich trägt, nicht dasjenige Ich in der Matrix, das sich zum Personal in der despotischen Oligarchie entwürdigen läßt. Aber auch die Selbstvergötterung der neuen Mandarine aus der gutmenschlichen Klasse im ehemaligen Deutschland wird vorausgeahnt. 2) Das religiöse Nichts ist das des Äthers, der königliche Ursprung jeder transzendenten Entelechie (Erkenntnisidee), die nach jedem ephemeren Gesamtkunstwerk auf dem Erdenplan dort in Neu-Weimar erneut ihre dionysische hôchzît (mhd.) eine Ewigkeit lang feiert, bis sie sich wieder souverän für die nächste Teilnahme an der moralischen Evolution des Menschenbildes im irdischen Geschehen entscheidet. Das Nein zum BRD-Regime ist das trennende Nein des Künstlers zum Aberglauben an die Historie vermittelt durch die sogenannte “historische Bildung” 3), zum Zwang an das Kollektivdenken, das einen allgemeingültigen Sinnhorizont politisch vorschreibt (political correctness). (wird fortgesetzt)
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1) Eihei Dogen. Shobogenzo Zuimonki. Unterweisungen zum wahren Buddhaweg aufgezeichnet von Koun Ejo. Shohaku Okumura (Hg.). Geleitwort zur deutschen Ausgabe von Fumon Shoju Nakagawa. Zürich/München 1992. S. 101.
2) Weiter schreibt Nietzsche im gleichen Kapitel des Buches Also sprach Zarathustra? Ein Buch für Alle und Keinen: “Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch keinen Stern mehr gebären wird. Wehe! Es kommt die Welt des verächtlichsten Menschen, der sich selber nicht mehr verachten kann”.
3) Yong-Soo Kang. Nietzsches Kulturphilosophie. Königshausen & Neumann. Würzburg 2003. S. 77. (Epistemata, Würzburger Wissenschaftliche Schriften, Reihe Philosophie, Band 366-2003)

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