Die Stadt Essen macht Senioren mobil. Wirklich?

Ein Förderplan soll laut eines Artikels der WAZ vom 15/02/13 entwickelt worden sein. Frau Christina Wandt spricht ohne Gewissensbisse von den “alten Menschen”, denen dieses Ansinnen “ein aktives, selbstständiges Leben ermöglichen soll”. Selbstverständlich soll dadurch auch bei den Pflegekosten gespart werden. Zwei Begriffe fallen dem wachsamen Geist sofort ein. Bio – Politik und Sozialismus. Man lese bitte Foucault, Giorgio Agamben, Thomas Lemke, Agnes Heller und studiere auch die Geschichte der DDR. Die soziale Demokratie ist eben eine andere als die vom Grundgesetz geforderte freiheitliche. Einerseits gibt es nur noch eine Bevölkerung, die als homogene, biologische Einheit wie eine eingezäunte Tierherde bearbeitet wird – Biologismus pur – (hatten wir das nicht schon einmal?!), andererseits wird diese aber aus Machtkalkül konsequent in Migranten und Nicht – Migranten eingeteilt. Dann fällt wieder der Begriff des Sparens, der auf die schon erwähnte sozialistische Mangelwirtschaft hinweist. Und schon wieder eine bio – politische und zudem den dritten Lebensabschnitt diskriminierende Einlassung. Weil “Essen altert” wirbt die Kommune um junge Familien und Studenten. Auf das Alter wird hier eindeutig als eine negativ Tatsache Bezug genommen. Die nächste bio – politische und altersdiskriminierende Aussage kommt gleich danach. Diejenigen, die Deutschland aufgebaut haben, seien angeblich unbeweglich und unselbständig. Dem müsse mit einem Förderplan entgegengewirkt werden. Weiter geht es mit der Altersdiskriminierung. Jetzt sind die Seniorinnen und Senioren nicht nur alt, inaktiv und unbeweglich, sondern auch noch pflegebedürftig. Damit diese Bedürftigkeit nicht zu groß werde, müssen die Alten zum Sport getrieben, sozial eingebunden und mit Kultur in Verbindung gebracht werden. Frau Jutta Eckenbach (CDU), sollte man nicht lieber statt Bio – Politik den weisen Frauen und Männer mehr Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen? Kommen die  600.000 Tausend Euro aus dem Etat 2013 der besprochenen Kulturgruppe direkt zugute oder wer darf davon profitieren? Ist es die politische Klasse selbst, die sich diese Summe gibt? Was soll das mit den in ihrem Radius eingeschränkten, vom Arbeitsleben ausgestoßenen und durch den Verlust des Lebenspartners vereinsamten Menschen über 60 Jahre? Soll man das wirklich ernst nehmen? Warum schafft die Politik es nicht, die Polis so zu gestalten, daß Seniorinnen und Senioren nicht nur vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft bleiben, sondern entsprechend ihrer erworbenen umfassenden Kompetenz vermehrt lenkende Funktionen überrnehmen? Zu Wort kommen auch Herr Lothar Wolbring (EBB) und Frau Barbara Rase (FDP). Wieder wird von Angeboten gesprochen. Diese sollen moderner werden. Sollten diese nicht eher postmoderner werden, die Einheit in der Vielfalt berücksichtigen? Sollte nicht eher der von Lobbyvertretern, Verbänden und Parteien beherrschte Seniorenbeirat gegen einen direkt – demokratisch legitimierten Seniorenrat ausgetauscht werden? Unsere verdient altgewordene Kulturgruppe braucht kein Seniorenkino, keine Spaziergangspaten, keine Angebote zur Sturzprophylaxe und ähnliche diskriminierende, menschenunwürdige, vormundschaftliche Hilfsangebote, sondern eine neue Sicherheitsarchitektur in Essen, einen kulturaffinen Fahrdienst, wahre Autonomie und Autarkie, eine vollwertige Online – Universität, einen altersgerechten Umbau der Stadt, einen ständigen Bereitschaftsdienst für Seniorinnen und Senioren, einen automatischen Inflationsausgleich, einen Krankenkostenzuschuß, einen Stromkostenzuschuß und die Befreiung von sämtlichen Kosten, welche die Teilnahme am öffentlichen Leben begrenzen und die Teilhabe verringern. Es gäbe sicher noch mehr zu erwähnen.

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