Die Totalexistenz der Individualität (I)

Die Totalexistenz der Individualität kann nicht erfasst werden, wenn sie auf wenige Hauptaspekte oder sogar nur auf einen reduziert wird. Der Mensch besteht selbstverständlich nicht nur aus irgendeiner mißverstandenen Hyle und auch nicht aus einem ideologisch eingezäunten Eidos. Der Mensch ist ein radikal Einer und Verschiedener, weil er das inkarnierte Individuationsprinzip selber ist und dieses sich auch nach der Niederkunft weiter individuiert, bis er eines Tages diese ständige Verwandlung in für uns noch unsichtbarer Form weiterführt. Es liegt nur an ihm, wann er wieder in einer neuen Persönlichkeit erscheint. Die Totalexistenz ist nicht seine wissensmäßig, nur allegorisch erfassbare Geschichte, sondern seine Existenz als symbolisches Kunstwerk angesichts des unerreichten Ideals, was seine ganz persönliche Lebensaufgabe ist, was auch noch völlig unbestimmt ist und was auf der Erde niemals zum Vorschein kommt, wenn nicht er es eines Tages verwirklicht. Sie sehen, daß ich den Menschen auf seine ästhetisch autonome Zukunft hin anschauend betrachte, die er selbst entwickelt und nicht wie es immer noch geschieht, als Produkt einer irgendwie gearteten Macht feststellt, ob sie nun Geschichte heißen möge, oder Gesellschaft oder eine andere offenbarungsreligöse Kraft. Der Mensch ist, wenn er will, nur sein eigenes Geschöpf und genau das macht seine absolute Menschenwürde aus.

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