Goetheanismus: Das gleißende Erkenntnislicht des Mondes

Der Goetheanismus vereint die naturgesetzliche Gewalt und die geisteswissenschaftliche Freiheit in der Ästhetik. Diese befindet sich genau dort, wo die Erkenntnis und die Ethik zusammenfließen. Im Reich der Artemis, der anschauenden Urteilskraft sind jene Aspekte im gleißenden Mondlicht aufgehoben. Es ist eine fahle, erkenntnisblinde Trübe, nicht im Sinne Goethes, nur im dichotomischen verantwortungslosen Denken, welches die Welt dualistisch in einen apollinischen und dionysischen Bereich einteilt. Tatsächlich aber geht das Allgemeine und das Besondere einen kulturrevolutionären Pakt ein, indem es jeweils den Bezug aufeinander wiederherstellt und so die goetheanistische Plattform entsteht: Einheit in der Vielfalt, das Besondere wird zum lebendigen Allgemeinen. Was soll der Gott Apollo denn für die Kultivierung der individuellen Vernunft tun, wenn Dionysos ihm den Rücken zukehrt. In der Ästhetik hat die gekreuzigte Entelechie durch die Erkenntniskritik selbstherrlich die Möglichkeit ethisch wertvolle Ästhetisierungen an der Sozialen Plastik vorzunehmen. Das gleißende Mondlich ist die handlungsbereite praktische Vernunft.

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