Goetheanistik: Zum Begriff der Praxis (I), Skizze eines möglichen Manifestes

Zuerst der Schlachtruf der Titanide Eos und der Geliebten des Ares: “Nieder mit dem Sozialfaschismus der despotischen Parteienoligarchie! Nieder mit dem staatskapitalistischen Sozialismus! Die naturwirkliche Macht braucht die Kontrolle durch Ästhetisierung, durch das Primat der Kunst, durch die Kunstwahrheit, damit sich das Menschengeschlecht endgültig aus der anachronistischen Gefangenschaft des Hades in der Form des BRD-Systems befreien kann!” Die angehende Entwicklungsbegleiterin, die kunstreligiöse Goetheanistin versteht den Begriff der Praxis als angewandte Wissenschaft. Von welcher Wissenschaft ist hier die Rede? Der Gegenstandsbereich, aus dem die evolutionäre Monistin ihre Grundlagen für die schöpfungsgemäßen Taten nimmt, ist die poietische 1) Goetheanistik. Als Erkenntniskunst beinhaltet diese auch die Erkenntniskritik im Sinne von Kant. Sie ist also abhängig von der Erkenntnisidee des jeweiligen Synholon. Die künstlerische Ausführungspraxis stellt wieder ein Synholon her, das die Handschrift der aus dem Symbolbewußtsein schaffenden Künstlerin trägt. Im Kunstwerk sind Freiheit und Unfreiheit vereint. Die Idee, das rationale Prinzip und die bildhafte Erscheinung wurden durch den letzten Umstülpungsvorgang auf eine höher Entwicklungsstufe gehoben. Der anmutige Tanz der Nymphen im Reich der Artemis, ihr zur Erlösung bereites Lachen und ihr zum Lauschen aufforderndes Sprechen und das abgeschattete Licht des Christus, welches in der schieren Farbenpracht als gebändigter Dionysos erscheint, ist das ästhetische Ideal, welches im Kunstwerk, auch in der “Sozialen Plastik” von Neu-Weimar, seine sinnlich-sittliche, seine ethische Kraft entfaltet. Diesen Ares will das Goethevolk: Die grundgesetzkonforme Entwicklungsdiktatur pur mit der Göttin Harmonia im Gefolge. Die Kontradiktion verlangt den Gott, der mit den Erinnyen, Deimos und Phobos daherkommt.
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1) Kommt aus dem Altgriechischen (ποιέω) und heißt zweckgebundenes Handeln. Im System von “Sonne und Erde” ist es der absolute Zweck der individuellen Transzendenz, auf der die unbedingte Menschenwürde aufbaut und die erst den Grund der urphänomenalen Polis liefert, die kommunikative Metamorphose. Eine Politik ohne diesen ursprünglichen Polisbegriff ist keine Politik, sondern ein naturgesetzliches Ereignis, in der die antievolutionäre Gewalt einer Affenhorde herrscht.

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