Hyle und Eidos, zwei Hauptbegriffe der Goetheanistik

Aus Neu – Weimar kommen wir freiwillig und nach Neu – Weimar gehen wir nach der Erfüllung der Erdenmission wieder zurück. Wer sollte denn sonst die feste Einheit von Hyle und Eidos sprengen und neu verbinden, wie Goethe sagte? Die Götter beneiden uns Menschlinge für diese Freiheit, die wir allerdings mit der Sterblichkeit bezahlt haben. Aber, gelingt es der Entelechie für die Evolution die Kunstwahrheit gegen die Naturwirklichkeit eben auf besondere Weise durchzusetzen, dann darf sie die wunderbare Brücke über die Styx betreten und wird von der Weißen Lilie persönlich in Empfang genommen. Das Untere Ich verbleibt nicht im Dunkelreich, sondern wird zu einem lebendigen Aspekt in der Akasha – Chronik, die jederzeit wieder aktiviert werden kann. Im milden Mondlicht, von Hyle und Eidos begrenzt, und in der Gegenwart aller Wesenheiten findet ein heiteres und nie endendes Spiel statt, es sei denn, die Individualität entscheidet sich für einen erneuten Gang, um Raum und Zeit mit ihrem Dasein zu erquicken. Wie kann am Tag der Poesie dieser Hintergrund sich zeigen? Wie kann die poetologische Evidenz erkannt werden, trotz Regenschauer, trotz unzureichender Requisiten, trotz entwicklungsfeindlicher Dämonen, die den erkenntniskünstlerischen Auftritt bis auf kurze Zeit zunichte machten? Nein, es war gerade diese widerständige Mannigfaltigkeit des in Hyle und des Eidos aufgespaltenen Ganzen, die das Einheitsstreben der exakten Phantasie hervorlockte.

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