Philipp Ruch, ein abergläubiger Philosoph, skurril

(743) Weitere Selbstdarstellungen 1) haben es an den Tag gebracht, Philipp Ruch ist angeblich ein Philosoph, der gleichzeitig dem Aberglauben an die sogenannte Gesellschaft huldigen kann. Ich möchte hier nicht auf das äußerst unanständige, unsittliche und unästhetische Vorkommnis zu sprechen kommen, das er mit seinem ersten Theaterstück verquickt hat, um dafür zu werben: die “Tötet-Roger-Köppel-Aktion”. Wie alle Linksaußenseiter hat auch er die Obsession, eine äußere böse Macht ständig bekämpfen zu müssen: die scheinbar vorhandene Gesellschaft. Schon das ist Hyperrealismus! Ein bloß behauptetes Sein wird ununterbrochen angegangen und durch diese Aktivität der Anschein erweckt, als ob es wirklich sei. Dieser böse Geist zeige sich im Fehlverhalten und im Fehlsprechen bestimmter Bürger-innen. Da der Anhänger der sogenannten Aufklärung sich im Besitz der ultimativen Wahrheit wähnt, die er nicht nur für richtig hält, sondern auch für allgemeingültig und sogar konkret anwesend, darf er erwarten, daß die Öffentlichkeit, also die Gesellschaft jene unkritisch einfach übernimmt. Ist das nicht gemeingefährlich? Dabei zerfällt jene in lauter absolute Persönlichkeiten, die alle von der gleichzeitig vorhandenen Entelechie individuell entwickelt wird. Das metaphysische Kollektiv, machtpolitisch-medial übertragen auf die transzendentale Gemeinde der absoluten Zwecke an sich, ist nicht nur eine bizarre Wunschvorstellung narzistisch gestörter Personen, sondern auch gotteslästerlicher Frevel gegenüber der Erkenntnisidee. Der sich hinter jedem Kollektivismus versteckende moralische Imperialismus versklavt das absolute Ich der gleichzeitig anwesenden transzendenten Entelechie. (wird fortgesetzt)
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1) Die Welt, Ausgabe vom 20/09/15.

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