Siehe, ein neues revolutionäres Subjekt aus der politischen Mitte

Ein revolutionäres Subjekt ist die transzendente Individualität. Sie ist über den Fortgang der Evolution in Deutschland höchst unzufrieden. Mit der Aussicht zwischen der steinreichen Oligarchie und den Armen, die von der Hand in Mund leben, bald gänzlich aufgerieben zu werden, halten die Aufgewachten im Mittelstand Ausschau nach einer Poetologie, die der entstandenen Situation Rechnung trägt. Während die Oberschicht Geld und Güter mithilfe der Blockparteien asozial absaugt und das untere immerbedürftige Segment durch eine perfide Verarmungspolitik pflegt, muß die staatstragende Mitte fremdbestimmt leben, auf Kinder verzichten, sich permanent antievolutionär “weiterbilden”, mit Steuern und Abgaben in grundgesetzfeindlicher Höhe den Sozialstaat am Leben halten und politisch marginalisiert ohnmächtig ihrer entfremdenden Verzweckung zuschauen, um am Ende für das ganzheitliche Martyrium auch noch als raffgierige Rentner-innen beschimpft zu werden. Der tugendhaften Bürgerin bleibt nur noch die erneute Revolution, die zweite Aufklärung, die viele mittlerweile auch die kulturrevolutionäre Ästhetisierung nennen, welche in einen Staat mündet, wo eben diese verantwortungsvolle Bevölkerungsgruppe die Macht im Staate übernimmt und zu einer “dirigistischen, neo-kommunistischen Ökonomie” 1) übergeht, die den Mittellosen ihr Überleben außerhalb der Wirtschaft garantiert. Hier denkt die GAIA an das bedingungslose Grundeinkommen in Höhe von 4000 Euro. Sie muß die “spätkapitalistischen Profiteure des Sozialstaates ausschalten” ebd.) welche jetzt noch im Verein mit den Blockparteien und zu ihrem Nachteil “das Objekt der Massenliebe” ebd.) seien.
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1) Boris Groys, “Revolution der Tugend”, “Zeit Online”, 18/12/2009 unter http://www.zeit.de/2009/52/Armutsdebatte#cid-362852

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