Wahnsinn, FAZ-Kommentar und “Realitätssinn”

Ihr 1) “Realitätssinn” 2) ist doch Wahnsinn! Herr Jasper von Altenbockum, zuerst war ich sprachlos als ich Ihren Text in der FAZ, Ausgabe 15/01/15, unter dem Titel “Studie über PEGIDA. Verkümmerter Realitätssinn” las. Machtdialektik pur. Die Überschrift strotzt vor Hochnäsigkeit. Diese Unart wird dann im nächsten Satz (siehe unten) aber auf den politischen Gegner durch angewandte Rhetorik übertragen, obwohl die Prämissen nicht vorliegen. Dieser unästhetische Antagonismus zerstört die Wohlfahrt jeder Kulturgemeinde. Die GAIA steht konsequent und absolut für die Meinungslosigkeit, für die Vorurteilslosigkeit im öffentlichen Geschehen. Niemand darf das Recht für sich beanspruchen, für andere zu sprechen und das auch noch mit der Macht verquickt, und das auch noch unter Androhung von kulturfeindlichen Aktionen (Arbeitsplatzverlust). Die Demokratie und die archaische Gewaltherrschaft unterscheiden sich in der Handhabung der Rede und der Texterzeugnisse in der Polis. Schon die Überschrift hat es in sich. Es wird ein sogenannter “Realitätssinn” behauptet, der nur rudimentär vorhanden sein kann. Gefunden wird er in den systemkritischen Äußerungen der Spaziergänger-innen von der PEGIDA. Dem allgemeinen Begriff “Realitätssinn” kann von außen nur ein selbst gestricktes Modell als das Besondere, welches dann noch selbst kritisiert wird, untergeschoben werden. Wer hat hier ein Problem mit der Wirklichkeit? Die Wirklichkeit gibt es nur für naive Realisten, welche den inhaltsleeren positiven Begriff “Realitätssinn” mit den zufälligen Wahrnehmungen oder auch ideologisch vorgeprägten Inhalten verwechseln. Selbstverständlich darf wie jeder Mensch auch ein Andersdenkender die Welterscheinungen so interpretieren, wie er es auf Grund seiner Erfahrungen selber will und diese Urteile bar jeder Selbstzensur auch in der Agora dem Publikum mitteilen. Nennen Sie mir doch einen Menschen, der nicht in einer “eigenen, unzugänglichen Welt” lebt! Sie werden keinen finden! Der Lohnschreiber hat das von Kant geforderte “Sapere aude” auf diese Weise umgeschrieben: “Voller Stolz nehmen sie aus der Flut der Informationen nur das auf, was den Filter ihrer Vorurteile durchlaufen hat.” Unbequemes erkenntnisgeleitetes Handeln wird als präjudikativ verleumdet. Das Selbstdenken wird mit Überheblichkeit in Verbindung gebracht, geht’s noch. Das demokratische Recht der freien Wahl der im Lebensmittelpunkt vorgefundenen Inhalte und ihre wissenschaftliche Bearbeitung in der Unterscheidung durch die Entelechie ist verständlicherweise im Denken totalitärer Machthaber und der abhängigen Presse ein verabscheuungswürdiger Widerstand gegen die Einflüsterungen des Wahrheitsministeriums.
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1) Sie befinden sich hier im sakralen (essayistischen, romantischen) Selbstrekrutierungsbereich von Neu-Weimar. Kommentare probeweise erwünscht. Im Zuge der eingeleiteten Volxfront-Aktivität durch die verantwortliche poetologische Evidenz wird zur Erleicherung der Vernetzung diese Funktion vorläufig eingeschaltet. Fassen Sie sich bitte kurz. Achten Sie auf Höflichkeit, Sachlichkeit und Erkenntniskunst.
2) Eine für alle Menschen gleiche, und auch gleichbleibende Realität, die je nach Auffassungsgabe mehr oder weniger lediglich abgebildet würde und die von angeblich objektiven Instanzen schnöde vermittelbar sei, ist eine obszöne Vorstellung, ist die bloße Behauptung einer abstoßenden, nackten Wahrheit. Für die GAIA handelt es sich bei den uns persönlich von der Göttin Hygieia gegebenen Welterscheinungen um verzauberte Wesen, denen sich die Entelechie nur in dankbarer Weise nähern darf, die nur durch individuelle Vergeistigung erlöst werden wollen. Mit der Methode des evolutionären Monismus, des objektiven Idealismus kann jenes Unternehmen gelingen.

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