Was heißt purpur-libertär? (I)

(757) Die reduktionistische Ideologie der Blockparteien und die der “Misanthrophic Division” sind wesenhaft gleich in ihrem Kampf gegen die Religion der Vernunft, das Christentum und in ihrem Versuch den unkultivierten Willen zu vergöttern. Das ist nicht goetheanistisch! Obwohl auch Nietzsche, wie jeder weiß, die Verabsolutierung der allgemeinen Wahrheit als krankmachend zurückwies, ließ er sie in der Kunst aus prinzipiellen Gründen doch als subjektive zu, die gleichzeitig allgemein war. Die Goethea, der Goethe weist den Monotheismus nicht grundsätzlich zurück, sondern individualisiert ihn zum evolutionären Monismus der transzendenten Entelechie. Sie weisen auch die obersten Grundsätze nicht zurück, sondern vereinigen sie mit der individuellen Erfahrung, damit eine Kunst entstehen kann, die kategorisch imperativ sein darf. Aber ebenso unterstützen sie den besonderen, nach Kant unbedingt guten Eigenwillen der jeweiligen Individualität in ihrem aufrichtigen Streben nach Ganzheit, wie dieser selbstverständlich auch im Asow-Bataillon in der Ukraine mit zum Ausdruck kommt, ohne gleichzeitig seine besondere Sicht auf das Ganze ebenfalls gutzuheißen. Es ist die Erscheinungsweise des Willens, über die gestritten wird. Wichtig ist also die Qualität des Charakters, denn es ist nur dieser, der Kultursubstanz schafft oder frevelhaft vernichtet. Die grünen Maoisten im ehemaligen Deutschland sind dagegen bloß eine ikonoklastische und damit auch eine nihilistische Sekte, deren politischen Vorstellungen sich wohl aus der kulturfeindlichen Praxis des aus der Zeit gefallenen Pol-Pot-Regimes speist. Neo-rassistischer, autogenozidaler Vernunfthaß aber erniedrigt den mitteleuropäischen Menschen wieder zum Tier, zum reinen Naturwesen. Ohne Kultur aber, die Vernunft, Ideal und anti-politische Kunstpraxis zur Grundlage hat, ist der Mensch nur ein Barbar. Dem indigenen Goethevolk wird also verordnet, wieder auf Start zu gehen. Diese besondere Auslegung der praktischen Ästhetik des Mao tse-tung wird vom Areopag, der am Artemision die kunstreligiösen Rechtsgutachten herausgibt, verdammt! Purpur-libertär 1) war die Weltanschuung des Goethe und die seiner Wiederverkörperung in dem Bezwinger des Kolonialregimes in China. Erst diese Einstellung ruft den Geist der Totalverantwortung für das Ganze hervor, die weder Waffengänge generell ablehnt, noch die Macht allein wegen der damit verbundenen Möglichkeit zum Mißbrauch will, sondern die das organisch gewachsene Ganze vom Wildwuchs befreit und zur neuen “Blüthe” 2) führt. (wird fortgesetzt)
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1) Purpur-libertär ist die praktisch-ästhetische Zuwendung zur Welt, die mythologisch in der je neu geschaffenen Situation Moral kunstreligiös, also autonom, setzt und die dies deshalb vermag, weil sie radikaldemokratisch (anarchistisch) jede moralische Zumutung von außen konsequent ablehnt.
2) In der von der GAIA verwendeten Rechtschreibung werden nach und nach Änderungen vorgenommen, die den Geist Goethes auch im Schriftbild besser wiedergeben.

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