Wieso müssen wir uns nach einer sogenannten “historische Realität” richten?

Wenn es sie wirklich gäbe, es wäre die Hölle selbst, das Konzentrationslager, in dem die Kunst permanent vergewaltigt wird.  Zuerst muß der Begriff erobert werden. Von welcher Realität, von welcher Geschichte spricht der “Journalist” Valentin Frimmer in seinem Artikel “Mythen, die aus den Schulbüchern verschwinden” in der Tageszeitung “Die Welt”, Online-Ausgabe, 05/12/14, Rubrik /Feuilleton/Geschichte? Vermutungsweise ist er jakobinisch angehaucht. Dann würde er beide Textbausteine allegorisch, mit einem Bezug auf die Objektweltwelt  verwenden. Valentin, daß “Geschichtsbilder oft wenig mit der historischen Realität zu tun […]” haben, das ist doch unbestritten, das ist doch eine Plattitüde. Aber so sind sie eben, unsere postmodernen Sprachspieler und das “oft” in dem Zitat, was soll das dort bedeuten, warum steht da nicht “immer”. Deine “historische Realität” 1), 2) ist eine Spinx. Jeder Oligarch hat seine eigene und jeder kleine Machthaber ebenfalls. Die naturwissenschaftliche (aristotelische) Sicht auf die Welt ist die eine, die idealistische (platonische) die andere. Beide sind wichtig für den Erkenntnisprozess. Wer die eine gegen die andere ausspielt, der ist pseudowissenschaftlich, propagandistisch unterwegs, der will nur die Kultur zerstören, denn die Mythen sind es, die über ihre Mythologeme das Verhalten einer Gemeinschaft lenken.
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1) Herr Ulrich Wengenroth spricht es klar und deutlich aus, was Geschichte nicht ist und was Geschichte sein kann. Die sogenannte “historische Realität” gibt es für ihn nicht. Sie ist eine Worthülse, in der derjenige, der sie ausspricht seine eigene Geschichte einbaut und auch einbauen sollte. Jedes Erinnern sei eine persönliche Neukonstruktion, die wiederum von anderen Bedingungen abhängig ist. Geschichte sollte aber Reflexionswissenschaft sein, was auch die GAIA fordert. https://www.fggt.edu.tum.de/personen/ulrich-wengenroth/wengenroth-lehrveranstaltungen/was-ist-technikgeschichte/
2) Die Realität wird auch von Hans Belting in Frage gestellt. Er sieht die “Definition von Realität als ein ungewisses Unternehmen” an. Die oligarchisch verfasste Macht nimmt selbstverständlich Einfluß auf jene. Sie kann gesellschaftskritisch oder auch staatskünstlerisch ideologisch verfälschend die beherrschte Persönlichkeit in der Ausübung ihrer individuellen Transzendenz versklavend einengen. Eine Veröffentlichung der staatlichen Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe, Hans Belting, “Das Ende der Kunstgeschichte. Eine Revision nach 10 jahren, C.H. Beck oHG, München, 2. erweiterte Auflage, 2002, S. 153-154.

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