Zum sogenannten Kunstprojekt “Sondernutzung – Religiöse Vielfalt im öffentlichen Raum” (Stadt Essen, Sept. 2010)

Die anachronistische, offenbarungsgläubige Aufladung des öffentlichen Raumes, die mit diesem Projekt beabsichtigt ist, stellt einen schweren Verstoß gegen das Grundgesetz dar, die Trennung von Ideologie und Rechtssystem. Jeder Mensch hat danach das staatlich geschützte Recht in eben diesen Räumen sich frei von jeglicher moralischen Fremdbestimmung bewegen zu dürfen. Auch abseits sogenannter religiöser Inhalte ist ein ästhetisches Leben in der Stadt kaum noch möglich. Es ist kein Wunder, daß gerade Sozialfaschisten mit der wohlklingenden Wortwahl des “Interreligiösen Dialoges” ihre eigene Transzendenz, die vermeintliche Gesellschaft, ihr Kollektiv der einförmigen “Blechengel” (Orientalische Despotie), 1) dem allgemeinen Willen aufzwingen wollen. Dies ist aber kein Kunstprozess. Das von ihnen aufgebahrte unlebendige Objekt mitten in der Stadt Essen ist reine Pragmatik, eine asoziale Technik, die nur eines im Sinn hat, Nordkorea, in welcher Form auch immer. Eine Kunst, die sich aufdrängt, eine Kunst, die nur einen Aspekt vermittel, ist sozialistische Propaganda. Wir aber wollen einen anderen, radikaldemokratischen Kommunismus, den goetheanistischen Maoismus! Wo ist die Plattform für die einzig wahre Religion, die Kunstreligion, das Bekenntnis zur eigenen absoluten Individualität? Und hier kommt das Goethevolk ins Spiel!
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1) Das ehemalige Mitglied der KPD Wittfogel bearbeitet unter diesem Begriff in seinem 1957 erschienen Buch “Orientalische Despotie” die “bürokratische Staatssklaverei” der Sozialfaschisten. Auch in diesem Buch wird deutlich, daß der Verrat am kommunistischen Ideal in der Verneinung der Individualität liegt.

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